Regionale Hyperthermie – welche Temperaturen werden in der Tiefe des Körpers wirklich erreicht ?

Das Ziel einer Hyperthermie ist es, die Temperatur im Zielgebiet zu erhöhen. Dies gilt auch dann, wenn das Zielgebiet – wie in den meisten Fällen – tiefer im Körper gelegen ist. Nun, die einfachste und valideste Möglichkeit ist es die Temperatur zu messen. Dies könnte mit einem Temperatursensor geschehen. Leider hat diese Idee zunächst das Problem zu lösen, wie denn der Temperatursensor an den Messpunkt im Inneren des Körpers gelangt ? Eine OP, um einen Sensor zu legen erscheint nicht sehr attraktiv. Jedoch bieten sich die natürlichen Körperöffnungen an. Im Darm kann ein Temperatursensor leicht gelegt und -zumindest im Dickdarm auch an die gewünschte Stelle geschoben werden. Bei Tumoren im Ovarial bei Frauen lässt sich die Temperatur ganz in der Nähe des soliden Tumors auch noch relativ leicht bestimmen. Sogar bei Tumoren im Hals- und Ösophagusbereich kann ein Sensor an einem dünnen Glasfaser-Kabel befestigt eingebracht werden. Für Tumore jedoch im Bereich des Pankreas, der Leber oder des Gehirns scheiden hier einfache Lösungen aus.

Interessant ist es Methoden einer nicht-invasiven Temperaturmessung zu evaluieren, wenn also die Temperatur im Innern von außen gemessen werden könnte. Grundsätzlich gibt es hier verschiedene technische Verfahren, von denen jedoch nur ein Verfahren bislang akzeptable Ergebnisse erreichen konnte: der Einsatz eines MRTs. Allerdings muss dieser MRT wiederum modifiziert werden um während einer regionalen Sitzung die Temperatur zu messen, mit der Folge, dass er dann nur zur Temperaturmessung verwendet werden kann: ein gigantisch teurers Thermometer, das aus diesem Grunde bislang nur in ganz wenigen Universitätskliniken zum Einsatz kommt.

Eine andere Variante, die jedoch völlig insuffizient ist, besteht darin, aufgrund technischer Parameter in einem Modell einfach die Temperatur zu errechnen, wie sie sich eigentlich theoretisch entwickeln müsste. Solche Modelle sind allein schon deswegen mehr als fragwürdig, weil sie den Kühleffekt der Durchblutung nicht berücksichtigen und die Heterogenität des Gewebes simplifizieren. Wenn dann bei manchen Geräten noch die Temperatur auf dem Bildschirm angezeigt wird, wie sie regelmäßig und wunderbar auf über 40 Grad Celsius steigt, kann nur von Augenwischerei gesprochen werden.

Um es festzuhalten: es ist gar nicht einfach, in der Tiefe des Körpers eine regionale suffiziente Temperatur-Erhöhung zu erreichen. Oft braucht es dazu anspruchsvolle Protokolle. Solche Protokolle müssen dann zum Zeitpunkt ihrer Entstehung auch mit realen Messungen validiert werden.

Wir werden hier im Blog noch einige Messungen vorstellen...

Martin Rösch

Martin Rösch ist mit seinem Know How schon seit der Gründung mit der Celsius42 verbunden. Formell unabhängig als freier Mitarbeiter hat er sich gleichwohl über viele Jahre hinweg um Fragen der klinischen Anwendung gekümmert. Gemeinsam mit Kunden – insbesondere mit Dr. Hüseyin Sahinbas - hat er präklinische Temperaturversuche unternommen und Leistungsprofile mitentworfen. Er war mit Input und Rat bei Studienentwürfen beteiligt und hat über viele Jahre hinweg Erfahrungen gesammelt bei Kundenbesuchen und in Diskussionen mit unserem und anderen Hyperthermie-Anwendern. Martin Rösch war ein eingeladener Vortragender auf onkologischen Kongresses zum Thema Hyperthermie in mehr als einem Dutzend Länder und hat in Peer-reviewed Fachjournalen zum Thema publiziert.

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